Standortuntersuchung zur Bewertung von Liegenschaften

Bei der Bewertung von Grundstücken und Immobilien sind Informationen über die bisherige Nutzung eine wesentliche Fragestellung. Der sogenannte Altlastenstatus eines Grundstückes bestimmt dessen Wert und erzwingt häufig vom Gesetzgeber und Behörden vorgegebenes Handeln. Vor dem Erwerb oder einer geplanten Sanierung eines Grundstückes sind deshalb Untersuchungen notwendig, mit denen die Art und der Umfang einer möglicherweise vorhandenen Belastung ermittelt werden muß.

Die historische Recherche, mit der die bisherige Nutzung des Geländes ermittelt wird und die Hinweise auf mögliche Belastungen gibt, erfolgt durch Befragungen, Prüfung von Dokumenten und Unterlagen sowie durch Auswertung von kartographischen Material und Luftbildern. Die Ergebnisse dieses ersten Untersuchungsabschnittes werden durch weiterführende Untersuchungen verifiziert und ergänzt. Führt die historische Recherche zu dem Ergebnis, daß keine der bisherigen Nutzungen des Geländes auf eine Belastung hinweist, so kann nicht von einem unbelasteten Gelände ausgegangen werden. Die zur Verfügung stehenden Unterlagen und Erinnerungsprotokolle aus Befragungen sind nie vollständig und widerspruchsfrei. Sie geben Hinweise, jedoch keine Sicherheit.

Weiterführende Verifizierungen sind, auch wenn man nach allen vorliegenden Erkenntnissen der Meinung ist, es gibt auf dem Gelände keine Belastungen, zwingend notwendig, um das finanzielle Risiko abschließend zu bewerten.

Die weitere Untersuchung erfolgt mittels Probennahme aus Bohrungen und Schürfen und deren chemische Analyse. Die Analytik ist weit entwickelt und liefert genaue Aussagen über die Zusammensetzung der Proben und ihre Belastung mit Schadstoffen. Nachteilig ist jedoch, daß mittels der Probennahme nur punktuelle Informationen des Geländes ermittelt werden. Ein enges Raster von Probenentnahmepunkten ist wirtschaftlich nicht vertretbar. Es ist zu gewährleisten, daß die Probenentnahme selbst nicht zu Schäden an zum Beispiel Leitungen oder Tanks führt und somit eine Verunreinigung des Bodens verursacht und die Ergebnisse der einzelnen Beprobungen besser korreliert werden können.

Die Lösung der Problematik ist eine Optimierung der bewährten Untersuchungsmethodik. Diese beruht auf die zerstörungsfreien Untersuchungsmethoden der Geophysik, die, vor einer Beprobung des Geländes eingesetzt, die Zahl und den Ort der Beprobungen definieren kann.

In der Geophysik finden Meßmethoden Anwendung, die eine flächendeckende Information über den Untergrund liefern. Dabei nutzen die Verfahren die verschiedenen physikalischen Eigenschaften des Untergrundes und der darin eingelagerten Objekte, deren Größe bzw. dessen Änderung direkt oder indirekt gemessen werden. Nicht jedes Meßverfahren liefert brauchbare Ergebnisse. Es ist je nach Aufgabe und den örtlichen Gegebenheiten ein bestimmtes oder eine Kombination mehrerer Verfahren auszuwählen, um ein optimales Ergebnis zu erreichen. Aus Kostengründen wird jedoch meist nur ein Verfahren mit möglichst großer Bandbreite eingesetzt.

Das Verfahren muß flächendeckende Informationen liefern, der Einsatz soll einfach und schnell sein und es soll möglichst viele Informationen liefern, die zur Bewertung eines Grundstückes herangezogen werden können. Dieses Verfahren, das eine große Einsatzbreite besitzt, ist das Georadar.

Das Georadar, das Elektromagnetische Reflexionsverfahren (EMR), ist eine zerstörungsfreie Untersuchungsmethode zur Untersuchung des Baugrundes. Das Georadar arbeitet mit elektromagnetischen Wellen, die es über eine Sendeantenne in den Untergrund abstrahlt. Die Reflexionen des Signals von Schichtgrenzen, Objekten und Einlagerungen werden über eine Empfangsantenne registriert und aufzeichnet. Die Erkundungstiefe des Georadars, die Tiefe, aus denen noch verwertbare Reflexionen aufgezeichnet werden, wird durch die Frequenz der Antennen und durch verschiedene physikalische Parameter des Untergrundes bestimmt. Sie beträgt von einem Meter bei hohen Frequenzen (1 GHz) bis zu zehn Meter bei tiefen Frequenzen (100 MHz) für Böden mit geringer Dämpfung. Das erreichbare Auflösungsvermögen von einzelnen Schichten und kleinen Objekten wird ebenfalls von der gewählten Sendefrequenz bestimmt. Je höher die Frequenz, um so besser die Auflösung. Hohe Auflösung bedeutet gute Detailerkennung. Als Faustregel gilt, je höher die Frequenz, desto genauer die Detailerkennung und je feuchter und bindiger der Boden, desto geringer die Erkundungstiefe.

Durch die geeignete Wahl der Meßantennen wird das Georadarsystem an die jeweilige Fragestellung angepaßt. Werden Messungen mit verschiedenen Antennen wiederholt, so können jeweils die Vorzüge der verschiedenen Frequenzbereiche (Tiefe und Auflösungsvermögen) zur Lösung der Fragestellung genutzt werden.

Die Auswertung der Daten erfolgt mittels spezieller Software. Es werden Leitungen, Objekte wie Tanks, Keller, Hohlräume usw., geologische Besonderheiten und weitere Auffälligkeiten erfaßt, zugeordnet und kartiert. Anhand dieser Daten wird die Probenentnahmestrategie festgelegt. Nach diesem Verfahren werden die Probenentnahmestellen dort festgelegt, wo der entsprechende Bedarf feststellbar ist. In homogenen Bereichen werden wenige, in Bereichen mit wechselnden Auffälligkeiten entsprechend mehr Proben genommen. Kritische Bereiche werden mit erhöhter Vorsicht angegangen. Durch die in den Radarmessungen festgestellten Schichtverläufe und -unterbrechungen sind die Bohrungsergebnisse untereinander ohne Annahmen korrelierbar. Zuvor nicht bekannte Objekte, wie Leitungen und Tanks, die einen nicht unwesentlichen Teil der benötigten Information darstellen, werden mit Lage und Tiefe aus den Radardaten ermittelt.

Diese Daten liefern eine Abschätzung des potentiellen Sanierungsaufwandes. Der Grundstückswert ermittelt sich aus der Differenz vom Verkehrswert des unbelasteten Geländes und dem potentiellen Sanierungskosten. Für die Wertermittlung ist es zunächst unerheblich, ob eine unmittelbare Sanierungsnotwendigkeit besteht. Das Verfahren eignet sich daher auch gut zur Ermittlung der standortabhängigen Umweltaspekte und der damit verbundenen Bewertung im Sinne des Umweltaudits nach EWG-VO 1836/93.

Wir bieten Ihnen schnelle und zuverlässige Dienstleistung im Einsatz geophysikalischer Meßtechnik, insbesondere im Einsatz unseres Georadarverfahrens. Auch für langfristige Projekte, Erprobungen und Entwicklungen stehlen wir Ihnen mit Gerät und Personal zur Verfügung.


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